Ballard: Wasserstoffpreis bestimmt die Wettbewerbsfähigkeit von Brennstoffzellen

Elektrofahrzeuge, die mit Hilfe von Wasserstoff elektrische Energie für den Elektroantrieb erzeugen, kosten derzeit noch deutlich mehr als Verbrenner- oder Batterie-Modelle. Der kanadische Hersteller von Brennstoffzellen Ballard Power will den Trend zur Elektromobilität für sich nutzen und als einer der ersten erschwingliche Wasserstoff-Technik anbieten.

Ballard hat sich zum Ziel gesetzt, Wasserstoff-Systeme bis zum Jahr 2020 konkurrenzfähig mit anderen emissionsfreien Antrieben zu machen. Die meisten großen Auto- und Nutzfahrzeug-Hersteller gehen davon aus, dass die hohen Kosten die alternative Antriebsart nicht vor Mitte des nächsten Jahrzehnts relevant für die Großserie machen.

“Der Wasserstoffpreis bestimmt, wann Brennstoffzellen wettbewerbsfähig sein werden”, so Ballards Europa-Chef Jesper Themsen im Gespräch mit Bizz Energy. Derzeit koste ein Kilo Wasserstoff etwa 9,50 Euro – um im Schwerlastverkehr mit anderen alternativen Antrieben mithalten zu können, müsse der Preis auf etwa 5 Euro pro Kilo sinken.

Um die Kosten von Brennstoffzellen zu senken, arbeitet Ballard unter anderem daran, den Anteil von Platin zu reduzieren. Manche Lösungen sollen später komplett ohne den teuren Rohstoff auskommen. Einen weiteren Schub erwartet Ballard durch steigende Produktionsmengen und damit einhergehende Skaleneffekte. Zudem würden strengere Emissionsgesetze Wasserstoff zunehmend attraktiver machen, so Themsen.

Der Manager geht davon aus, dass sich Brennstoffzellen-Technik zuerst bei Bussen durchsetzen wird. In Europa registriere Ballard bereits eine steigende Nachfrage nach entsprechenden Modellen für den Einsatz in der Stadt. “Man hat dort nur ein Depot zum Auftanken, die Infrastruktur ist also relativ simpel”, erklärte Themsen.