Nachhaltig reisen: So funktioniert umweltverträglicher Urlaub

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Wer in den Urlaub fährt, trägt leider auch zur Verschmutzung der Umwelt bei. Doch hält man sich an einige Regeln, kann man auch beim Reisen seinen ökologischen Fußabdruck gering halten.

Es ist August und Höhepunkt der Urlaubszeit. Viele Menschen sind gerade aus dem Sommerurlaub zurückgekehrt, sind mitten dabei oder stehen kurz vor der Abreise.

Die Reiselust der Deutschen ist dafür verantwortlich, dass der Tourismus zu einem der wichtigsten Wirtschaftszweige überhaupt angewachsen ist. Für die Wirtschaft ist das zwar von Vorteil ist, allerdings bringt das auch Nachteile mit sich. Vor allem die Umwelt leidet darunter.

Zertifikate für umwelt- und sozialverträgliche Angebote

Ein Forscherteam der Universität von Sydney ermittelte, dass rund acht Prozent der globalen Treibhausgas-Emissionen durch Reiseaktivitäten entstehen. Insbesondere der Flugverkehr ist daran beteiligt.

Aber nachhaltig reisen bedeutet genauso, nicht nur die Umwelt zu schonen, sondern auch sozial gerecht und wirtschaftlich rentabel zu handeln.

Die Wahrung der Menschenrechte, arbeitnehmerfreundliche Arbeitsbedingungen und Chancengleichheit sind nur einige der Kriterien für Nachhaltigkeit im Tourismus.

Schlecht bezahlte Aushilfskräfte beispielsweise kann es ebenso in einem Fünf-Sterne-Hotel wie in einer kleinen Privatpension geben. Was kann man also tun, um nachhaltig zu reisen?

Indem man auf entsprechende Zertifikate achtet. Davon gibt es vor allem drei, die alle Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen: TourCert, Green-Sign und Travelife.

Alternativen für die Unterkunft

Eine Alternative ist das Tauschen der eigenen Wohnung oder des eigenen Hauses mit Personen, die am Reiseziel wohnen und umgekehrt gern Urlaub in Deutschland machen möchten.

Im Internet findet man passende Angebote oder auch bei entsprechenden Reiseveranstaltern. Positives Extra: Ein Wohnungstausch kommt zudem dem Geldbeutel zugute.

Nachhaltige Reiseziele

Aber wohin kann man überhaupt fahren, wenn man nachhaltig reisen möchte? Aus Klimaschutzgründen sollte man sich ein Reiseziel in der Nähe suchen.

Deutschland bietet zahlreiche umweltfreundliche Urlaubsgegenden, darunter das Biosphärenreservat Schwäbische Alb – Sieger des Bundeswettbewerbs Nachhaltige Tourismusdestinationen 2016/17.

Zu den weiteren Finalisten gehörten das Biospährenreservat Bliesgau, die Nordeifel, die Stadt Celle sowie die autofreie Nordseeinsel Juist.

Dort finden Urlauber Gastgeber, Restaurants und Anbieter von Aktivitäten, die die biologische Vielfalt und die kulturelle Identität der Region schützen.

Gleiches gilt auch für die Naturtourismus-Regionen, wie zum Beispiel die Uckermark, oder kleinere Projekte wie die Initiative Bergsteigerdörfer des Deutschen Alpenvereins, zu der u.a Ramsau im Berchtesgadener Land gehört.

Der Vorteil eines Urlaubs im eigenen Land besteht zudem darin, dass man kein Flugzeug nehmen muss, um ans Ziel zu gelangen.

Umweltbewusster Transport

Fernzüge fahren elektrisch und sind im besten Fall sogar klimaneutral. Fernbusse gelten ebenso als klimafreundlich, sofern sie gut ausgelastet sind.

Ist das Reiseziel nur mit dem Auto zu erreichen, bietet sich die Bildung von Fahrgemeinschaften an. Auch hier kann man sich im Internet informieren.

Die beste Option: den Weg zum Ziel machen. Sportbegeisterte können auf einer mehrtätigen Fahrrad-, Wander- oder Kanutour Landschaften und Orte aus eigener Kraft erkunden.

Allerdings ist hierbei wichtig, sich an Wegegebote in Schutzgebieten oder vorübergehende Sperrungen zu halten. Denn häufig geht es beim Wandern und Kanufahren in sensible Naturzonen, in denen Tiere und Pflanzen ums Überleben kämpfen.

Nachhaltiger Aufenthalt

Auch vor Ort können Touristen einiges für die Umwelt tun. Ausflüge zu Sehenswürdigkeiten organisiert man beispielsweise ohne Auto . Die meisten Touristenorte bieten mittlerweile Fahrräder zum Ausleihen an, weiter gelegene Ziele kann man mit Orts- und Regionalbussen erreichen.

Wer sich eine lokale Unterkunft sucht, statt in großen Hotelketten zu nächtigen, und einheimische Restaurants mit einer regionalen Speisekarte statt Fast-Food-Ketten wählt, sorgt dafür, dass das Geld den Menschen in der Region zugute kommt.

Strom und Wasser lassen sich in der Unterkunft ebenfalls sparen, indem man nicht jeden Tag Handtücher und Bettwäsche in die Wäscherei gibt und die Klimaanlage nicht zu hoch aufdreht.

Und wer ein Souvenir mit nach Hause nehmen möchte, achtet beim Kauf am besten auf regionale Handwerkskunst – statt eine Kuckucksuhr „Made in China“ zu kaufen.